Die einstimmige Entscheidung des Gemeinderates im Januar 2004, das Neue Kommunale Finanzwesen einzuführen, setzt den „inneren Umbau“ der Gemeinde, die mit der Umorganisation der Rathausverwaltung und des Bauhofes auf Basis zweier Organisationsgutachtens des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes begonnen hat, fort. Seit Mitte 2008 schlägt sich der Dienstleistungscharakter der Gemeinde auch in der Bezeichnung nieder. Statt der bisherigen Ämterbezeichnung heißen nun die vier Abteilungen: "Zentrale-Dienste", "Bürger-Dienste", "Technische-Dienste" und "Soziale Dienste".
Mitte 2008 entschloss sich die Gemeinde Adelsdorf die DATEV, die bereits seit 2007 die Gemeinde bei der Projektsteuerung unterstützt hatte, mit der Einführung der kaufmännischen Buchführung zu beauftragen. Innerhalb weniger Monate wurde der notwendige Kontenrahmen erstellt und Produkte und Leistungen definiert.
Der mit Abstand arbeitsintensivste Bereich des Projektes ist die Erfassung und Bewertung des Vermögens. Im Rahmen einer umfassenden Inventur wurde Ende 2007 das beweglich Vermögen der Gemeinde erfasst. Die Erfassung des unverbeweglichen Vermögens wurde zeitgleich durch eigenes Personal und einem externen Ingenieurbüro angegangen. Mit der Gesamterstellung der Eröffnungsbilanz wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner aus Nürnberg beauftragt, die bereits einen Großteil der Umstellungen auf das Neue Kommunale Finanzwesen in Bayern begleitet haben. Die zum Stichtag 01.01.2009 erstellte Eröffnungsbilanz wird nun vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband geprüft.
Inzwischen hat die Gemeinde Adelsdorf mit dem Haushalt 2011 bereits den dritten doppischen Haushalt aufgestellt und verabschiedet. Mit der Stadt Herzogenaurach hat nun die zweite Kommune im Landkreis sich für den neuen doppischen Rechnungsstil entschieden.
Der Umstieg in das Neue Kommunale Finanzwesen (NKF) wird die Gemeindeverwaltung noch länger beschäftigen, gilt es nicht nur die Mitarbeiter neu zu schulen, sondern auch ein umfassendes Controlling (Steuerung der Verwaltung) im Rahmen einer noch aufzubauenden Kosten- und Leistungsrechnung einzuführen.
Parallel zu diesen Arbeiten erneuerte die Gemeinde ihre EDV und hat zukünftig mit einem eigenen Gemeindenetzwerk, welches die wichtigsten gemeindlichen Einrichtungen im Sprach- und Datenverkehr direkt verbindet, beste Voraussetzungen für die Optimierung der Arbeitsabläufe. Angestrebt wird im Rahmen des Wechsels zur Anstalt kommunale Datenverarbeitung in Bayern - AKDB - als nächstes die vollständige Integration der verschiedenen Fachprogramme.
Am Ende des Prozesses erwarten wir die Bereitstellung hochwertiger und aussagekräftiger Daten, die das wirtschaftliche Handeln der Gemeinde unterstützen, aber auch einen Quervergleich zu anderen Kommunen ermöglicht.