Allgemeines
Neuhaus ist ein langgezogenes Straßendorf mit einem Wasserschloss in einer
noch nahezu intakten Teichlandschaft. Zwei Naturlehrpfade durch Wald und
Weiherlandschaft laden nach dem Essen in den gemütlichen, preiswerten Gasthöfen
oder auf dem Felsenkeller zu einer Wanderung ein. An den alten Dorfkern schließt
sich ein neues Wohngebiet an. Damit ist die Einwohnerzahl auf 942 Personen
gewachsen. 1972 gliederte sich der Ort in die Gemeinde Adelsdorf ein.

Geschichtliches
Neuhaus, exemplarisches Beispiel eines Kettendorfes, wurde bis ins 18.
Jahrhundert oft unter dem Namen eines der drei Teile des Dorfes geführt:
Schwabenberg, Grub und Neuhaus. Der untere Teil mit dem Schloss gab schließlich
den Namen für das ganze Dorf.
Urkundlich erwähnt wird Grub (das obere Dorf) erstmals 1151. Es war
ursprünglicher Besitz der Herzöge von Andechs-Meran. Nach deren Aussterben kam
es an die Herren von Truhendingen, die es 1382 König Wenzel verpfändeten. Dieses
Pfand löste das Hochstift Bamberg ein. Um 1470 gelangte Neuhaus an die Herren
von Heßberg: 1481 hatte Darius von Heßberg seinen Sitz "zum Newenhause an der
Eysch". Sigismund von Heßberg hatte 1504 von Maximilian das Halsgericht, die
Ausübung der hohen Gerichtsbarkeit, als Reichslehen auf seinen Besitzungen
erhalten. Da hiermit die Obrigkeit der Bamberger Bischöfe angetastet war,
einigte man sich 1544 in einem Vertrag, Schloss und Halsgericht von Bamberg zu
Lehen zu nehmen. Karl V. bestätigte 1544 zu Speyer diesen Vertrag, der im
folgenden Jahr mit Wolf von Crailsheim, der Neuhaus von den Heßberg erworben
hatte, erneuert wurde. Der Galgenberg zwischen Neuhaus und Buch erinnert noch
heute an das ehemalige Halsgericht.
Zur stark befestigten Burg Neuhaus gehörte eine starke Vorburg und davor
liegend ein weiterer Burgflecken, durch einen Graben getrennt. Zwei weitere
Gräben schieden diese Anlage ursprünglich vom Dorf. Das heutige Schloss wurde
1509-1618 gebaut.
Im 18.Jahrhundert errichteten die Freiherrn von Crailsheim eine Ziegelhütte
im Ortsteil Schwabenberg. 1802 wurde der Ort von Bayern beansprucht, 1803 im
Hauptlandesvergleich aber Preußen zugewiesen und kam erst 1810 zur Krone Bayern.
Die Freiherren von Crailsheim errichteten hier 1818 ein Patrimonialgericht. Erst
1880 wurde Neuhaus dem Amtsgericht und Rentamt Höchstadt unterstellt.
Ob die Kirche (St. Matthäus) zu Neuhaus ursprünglich eine Wehrkirche war,
ist fraglich, obwohl noch Reste der alten Kirchhofummauerung vorhanden sind. Das
Bestehen einer Pfarrei ist bereits für das Jahr 1336 gesichert, als ein "Herr
Fridrich, der Pharrer zu Grube", in einer Urkunde als Zeuge genannt wird.
Unter Crailsheimischer Herrschaft wurde Neuhaus protestantisch. Der erste
Prediger der neuen Lehre ist im Jahre 1558 erwähnt. 1631 bis 1632 versuchte
Bamberg hier die Gegenreformation durchzuführen; der Gremsdorfer Pfarrer
Sebastian May wurde mit Waffengewalt eingesetzt, doch wurde er bei dem Durchzug
der Truppen Bernhards von Weimar nach Eichstätt 1633 in seiner Gremsdorfer
Pfarrkirche ermordet. Seitdem wurde kein Versuch mehr unternommen, den
Protestantismus in Neuhaus anzutasten.










