Bräuche & Tradition

Spezielle Bräuche und Traditionen, die sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, zeichnen einen Kulturraum aus.

© Gemeinde Adelsdorf

Osterbrunnen

Als es noch keine zentrale Wasserversorgung gab, war gutes Wasser eine besondere Kostbarkeit. Aus dieser Zeit stammt der Brauch, die lebenserhaltenden Quellen zu schmücken. So werden zur Osterzeit (meist Palmsonntag) die Brunnen mit bunten Bändern und Hunderten von Ostereiern verziert. (Das Ei ist ein Symbol für das Leben.)

Österliches Brauchtum in Adelsdorf

Einen festen Bestandteil österlichen Brauchtums stellen in Adelsdorf und den dazugehörigen Ortsteilen die Osterbrunnen dar. Mit viel Liebe und Akribie werden die Brunnen mit Eiern, frischem Grün und sonstigem Zierrat geschmückt. Dieser Brauch der Osterbrunnen entstand um 1909 in Aufseß in der Fränkischen Schweiz. Er ist wohl auf die Wasserarmut dieser Gegend zurück zu führen. Die Wasserversorgung hatte dort einen hohen Stellenwert, was durch das Schmücken des Brunnens zum Ausdruck kommen sollte.

Besuchen Sie auch unsere Osterbrunnen, während der Osterzeit, die liebevoll von vielen fleißigen Händen geschmückt wurden, und zwar in

Ostern ist überdies der eigentliche Tauftermin der Christen - vielleicht erinnert der geschmückte Osterbrunnen auch ein wenig daran, dass früher Erwachsene und Kinder besonders am Osterfest im Wasser der Taufe zu Christen wurden.

© Gemeinde Adelsdorf

Sternsinger

In den vergangenen Jahren hat Pfarrer Ringer die Sternsinger ausgeschickt.

Gruppen aus Aisch, Adelsdorf, Zeckern und Neuhaus wünschen in einem Gedicht Gottes Segen und bringen Glückwünsche der Pfarrei in jedes Haus. Sie schreiben an jede Türe 20*C+M+B*16 (Christus Mansionem Benedicat, d.h. Christus segne dieses Haus). 

Die Kreide, Kohle und Kronen werden durch den Pfarrer gesegnet. Die Könige und Sternenträger sind im Alter von acht bis 15 Jahren. Mit einem Ausweis, Weihrauch, Kreide und Kohle ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus und sammeln Spenden für einen guten Zweck.

© Adam Kästner

Rätschn

Ein uralter Brauch in Adelsdorf, Aisch und Weppersdorf ist das Rätschen.

Von Karfreitag bis zur Auferstehungsfeier am Ostersamstag schweigen aus Trauer über den Tod Christi die Glocken. Um die Gläubigen zum Gebet zu rufen, laufen die "Rätschenbuben" zu bestimten Zeiten durch den Ort, drehen die "Rätschn" und singen ihre Verse. Heute bestehen die Gruppen häufig aus Mädchen.

Die Rätschen sind meist aus Holz gefertigt und werden innerhalb der Familie weiter vererbt. Ihre Funktion besteht darin, dass dank einer Drehwalze mehrere Hämmer auf ein Holz aufschlagen, so dass harte, aufeinander folgende Geräusche entstehen.

Freilich mag mancher sich an diesem "Heidenlärm" stören - schließlich sind ja Osterferien und jedem ist seine Ruhe zu gönnen. Es ist aber kein Heidenlärm, sondern der Ersatz für das Glockengeläut, das erst am Sonntagmorgen den österlichen Jubel anstimmt.

Dieser Brauch ist fest in den katholischen Pfarreien verwurzelt und sollte nicht leichtfertig aufgegeben werden, zumal sich Kinder und Jugendliche in großer Zahl für diese Tradition begeisten lassen.

Karpfenzucht

Der "Fränkische Spiegelkarpfen" stammt von einer Wildform ab, die bis heute in den Zuflüssen des Mittelmeeres, des Schwarzen und des Kaspischen Meeres und des Aralsees heimisch ist. Durch Züchtung entstand aus einem stark beschuppten Wildkarpfen der "Spiegelkarpfen". Ihn kennzeichnen eine relativ kurze Körperform mit hohem Rücken, wenige unregelmäßig angeordnete verschieden große Schuppen und ein goldgelb gefärbter Bauch.

Die Karpfenteichwirtschaft im Aischgrund ("Aischgründer") kann auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken. Die Grundherren des Mittelalters, darunter die Klöster, hatten auf sumpfigen, ertragsarmen Böden mit hohem Grundwasserspiegel flache Mulden angelegt. Sie liegen auf Burgsandstein, der mit Lettenlagen durchsetzt und damit relativ wasserundurchlässig ist.

Gefüllt werden die Teiche meist durch Niederschläge. Man nennt sie deshalb "Himmelsweiher".

Früher dienten Karpfen vor allem als Fastengericht. Sie werden in den Monaten mit einem "r" verspeist. So beginnt die Karpfensaison im September und im April. In unseren gemütlichen und preiswerten Gasthäusern serviert man die Karpfen "gebacken" oder "blau". Bei der Zubereitung wird ein dreijähriger Karpfen einschließlich der Schwanzflosse halbiert. Ein "Gebackener" wird gesalzen und im heißen Fett gebacken. Ein "Blauer" wird in einem Essigsud mit Zwiebeln, Lorbeerblättern, Pfefferkörnern und verschiedenen Kräutern gekocht und mit Salzkartoffeln, zerlaufener Butter und Meerrettich gereicht.

Im Frühjahr werden die im Winter abgelassenen und mit Brandkalk gestreuten Teiche (Düngung und Desinfektion) aufgestaut. Anschließend werden sie mit zweijährigen "Setzlingen" bestückt, die in ihrem 3. Sommer ein Verkaufsgewicht von 2-3 Pfund erhalten. Ein großer Teil der Fische wandert direkt in die Pfannen der Gastwirtschaften, ein anderer Teil wird von der Fischgroßhandlung Humann-Paulus in Neuhaus aufgekauft, die eine große Auswahl an Fischspezialitäten anbieten.

Heute werden viele Teiche und Gewässer (z.B. der Hofsee) an Angler verpachtet und dienen der Freizeitgestaltung.

Der großen Bedeutung der Karpfenzucht tragen ein Fischereimuseum und ein Fischereilehrpfad Rechnung.