Denkmäler

Flurdenkmäler

Steinkreuz:

Steinkreuze sind Sühnezeichen für eine im Affekt begangene Bluttat. So konnte im 14. - 16. Jahrhundert ein Totschlag nach altem deutschen Recht durch gütliche Übereinkunft zwischen dem Totschläger und den Hinterbleiben gesühnt werden. Zu den kirchlichen Bußen dafür gehörte das Aufstellen eines Steinkreuzes am Ort des schrecklichen Geschehens. Fromme Christen sollten beim Vorübergehen für das Seelenheil des Toten und des reuigen Täters beten.

Kreuzstein:

Kreuzsteine sind einfache Steinplatten mit eingemeißeltem Kreuz. Sie waren aus dem gleichen Grund gesetzt worden. Kreuzsteine stehen z. B. in der Dorfmitte Weppersdorfs.

Marter:

Martersäulen bestehen meist aus 3 Teilen: Sockel, Säule und Reliefdarstellung. Sie sind  religiösen Ursprungs (Abbildungen Christi oder Heiliger) und wurden von ihrem Stifter an eine verkehrsreiche Stätte gestellt. Man erhoffte sich Schutz vor dem Schwarzen Tod.

Standorte in der Gemeinde

Ortsteil

Bezeichnung

 Standort

Adelsdorf  

1 Martersäule 1610 (Sebastian)    

am Rathaus

Aisch  

1 Steinkreuz

am Eichelgraben zwischen Medbach und    Aisch     

Neuhaus

1 Martersäule  

zwischen Neuhaus und Adelsdorf

Uttstadt

1 Martersäule

1728  zwischen Uttstadt und Lauf

Laufer Mühle  

1 Martersäule

1747  Hof der Laufer Mühle

Wiesendorf

1 Steinkreuz  

Ortsausgang

Weppersdorf  

3 Kreuzsteine  

Dorfmitte

Judenfriedhof © Gemeinde Adelsdorf

Judenfriedhof

Abgeschieden auf einer bewaldeten Anhöhe liegt in der Nähe der Ortschaft Zeckern der Judenfriedhof. Er soll im 14. Jahrhundert angelegt worden sein und gehört mit einer Fläche von mehr als 15000 Quadratmetern zu den großen in Bayern.

Bei einer Bestandsaufnahme im Jahr 1979 wurden 1522 Gräber gezählt (ca. 800 Grabsteine).

In der Nähe des Eingangs steht ein 1998 aufgestelltes Mahnmal für die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Adelsdorfer Juden, rechts davon ein Tahara-Haus, das zur Waschung der Toten diente. Die ältesten Grabsteine stehen auf dem unteren Drittel des abschüssigen Geländes.

Alle Steine sind nach Osten (Jerusalem) ausgerichtet. Die älteren bestehen aus Sandstein, neuere aus Marmor. Viele tragen das Hexagramm, den sechseckigen Stern, der im Mittelalter zur Geisterabwehr diente und als Siegel Salomons galt.

In der Mitte des Friedhofs finden sich etwa 30 Grabsteine mit dem Symbol der segnenden Hände, das Zeichen für die Priester. Die letzte Beisetzung fand 1941 statt.

Herr Adolf Krause pflegt seit Jahren den Friedhof und kann Besuchern Zugang verschaffen. Bitte melden Sie sich unter 09195/8681.

© Gemeinde Adelsdorf

Hügelgräber

Aus der späten Hallstattzeit (500 v. Chr.) dürften die Hügelgräber stammen, die zwischen Aisch und Zentbechhofen im Wald der Grethelmark verstreut zu finden sind. Mehrere davon wurden leider im 18. und 19. Jahrhundert von Forstbeamten unsachgemäß ausgegraben.

Das Hauptgrab mit kuppelförmiger Steinpackung und die große Zahl der Bestattungen unter ein und demselben Hügel ist für diese Zeit typisch. Man könnte an die Bestattung einer Familie oder Sippe denken. Dr männliche Tote wurde in voller Kriegsausrüstung in einem Holzsarg beigesetzt. Die Totengabe bestand in der Hauptsache aus wenigem kaum geschmückten Tongeschirr.

In der Umgebung von Adelsdorf finden sich etliche Hügelgräber. Solche bei Oesdorf, Schnaid, Wimmelbach erden in die Frühlatènezeit (500/450-400 v. Chr.) eingereiht, während die Grabhügel bei Aisch, Schlüsselau, Zentbechhofen, Herrnsdorf noch der Untersuchung harren. Träger der Latènekultur waren die Kelten, die im Adelsdorfer Ortsteil Nainsdorf eine Viereckschanze hinterlassen haben.

Bronze und Eisen kommen als Schmuck nebeneinander vor: Fibeln (Sicherheitsnadeln), Halsringe, Haarringe, Armketten aus Glasperlen und Toilettenbesteck (Nagelreiniger, Ohrlöffel und Bartzängchen). Nach Waffen sucht man in diesen Gräbern vergebens, oft findet man aber ein Haumesser. Zu den Hügelgräbern gibt es keine Beschilderung. Mit der Topograühischen Karte 1:25000 sind sie aber zu finden.