Die Ortsteile der Gemeinde

  • Adelsdorf © Gemeinde Adelsdorf
  • Aisch © Gemeinde Adelsdorf
  • Heppstädt © Gemeinde Adelsdorf
  • Lauf © Gemeinde Adelsdorf
  • Nainsdorf © Gemeinde Adelsdorf
  • Neuhaus © Gemeinde Adelsdorf
  • Uttstadt © Gemeinde Adelsdorf
  • Weppersdorf © Gemeinde Adelsdorf
  • Wiesendorf © Gemeinde Adelsdorf

Adelsdorf

Der größte und namensgebende Ortsteil, Sitz der Gemeindeverwaltung und der Schule, ist Adelsdorf, dessen Namen vermutlich auf einen Herrn Otloh zurückgeht. Hier befindet sich das Adelsdorfer Schloss, der Stammsitz der Familie von Bibra.

Geschichtliches

Für frühmittelalterliche Besiedlung unserer Gegend spricht der "Adelsdorfer Silberschatz" aus dem 8./9.Jahrhundert, der im Jahr 1896 in Aischnähe gefunden wurde und jetzt im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg zu besichtigen ist.

Erstmals urkundlich erwähnt ist Adelsdorf im Jahr 1121 n.Chr. (Bamberger Festkalendarien: Schenkung des Dompropstes Egilbert). Der Ortsname lässt darauf schließen, dass die Ansiedlungen im hiesigen

Die Herren von Otlohesdorf bauten durch Rodung, Burgenbau und kluge Erwerbspolitik im Aisch- und Ebrachgrund ein stattliches Herrschaftsgebiet auf und nannten sich seit 1219 nach der von ihnen erbauten Burg Schlüsselberg bei Ebermannstadt. 1347 fiel der letzte Schlüsselberger auf seiner Burg Neideck. Ein häufiger Besitzwechsel kennzeichnet im folgenden Jahrhundert die Geschichte.

Nachdem die Herren v. Wiesenthau, v. Künsberg, v. Stiebar und die Schönborns Adelsdorf kurzfristig in Besitz hatten, erwarben es 1696 die von Bibra, in deren Hände es über die Jahrhunderte blieb.

Aisch

Die Gemeinde Aisch mit dem Gemeindeteil Uttstadt wurde im Jahr 1971 in die Gemeinde Adelsdorf eingegliedert. Aisch liegt am linken Hochufer der Aisch. Um den alten Ortskern mit seinen gemütlichen und preiswerten Gasthöfen nahe der Kirche und der Sägemühle der Familie Brehm sind neue Wohnsiedlungen entstanden.

Geschichtliches

Nachdem Aisch einen sehr günstigen Standort hat, dürfte es sehr früh schon besiedelt worden sein.

Seit 1123 ist es urkundlich sicher belegt (Gotefrid von Eische war Zeuge einer Schenkung). Von hier nahm ein bedeutendes Adelsgeschlecht seinen Ausgang: die Bamberger Hochstiftsministerialen von Aisch, die seit 1116 nachzuweisen sind. Im 13. Jahrhundert nannten sich die Ministerialen von Aisch nach ihrer Besitzung Nainsdorf (erstmals 1221 belegt). Als Truchsesse von Pommersfelden lebte dieses Geschlecht über das Mittelalter hinaus weiter. Im Spätmittelalter ist die Besitzgeschichte des Ortes unklar. Anfang des 15. Jahrhunderts finden sich die Ritter Cratz und danach die Haut, die um diese Zeit auch Adelsdorf besaßen. 1420 sind die Stiebar als Besitzer bezeugt: Elisabeth Stiebar schenkte der neuerrichteten Pfarrei in Aisch Zehntrechte. Eine Hälfte des Ortes erwarben um 1466 die Truchsesse von Pommersfelden, die damit wieder zum Ausgang ihres Geschlechts zurückkehrten. Im 17.Jahrhundert kauften die Stiebar aber diese Hälfte zurück. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Schloss zu Aisch beschädigt. Die Witwe Kunigunde Stiebar, der damals das Schloss gehörte, erhielt 478 Gulden Ersatz für die erlittenen Schäden zugesprochen.

Die Burg, deren Mauerreste noch sichtbar sind, dürfte in den Jahren 1580 bis 1585 erbaut worden sein. Damals wurden neben der alten Kemenate, die schon mit Tor und Graben geschützt war, eine neue Kemenate mit großen Hofstuben errichtet und auch die Wirtschaftsgebäude, Viehhaus, Pferdestallung, Scheunen und Kelterhaus neu erbaut. Im Dreißigjährigen Krieg 1632/33 wurde es schwer beschädigt. Zu jener Zeit hatte der Bamberger Bischof als Lehensherr den Stiebar  Aisch ebenso wie Adelsdorf abgesprochen und den kaiserlichen Obersten von Cronberg damit belehnt. Später aber kam der Ort wieder in die Hände der Stiebar. Im Jahre 1738 verkaufte Johann Georg Christoph Wilhelm von Stiebar  Aisch für 94317 Gulden an die Schönborn . Das Schloss ließ 1753 der schönbornsche Amtmann Bögel niederreißen und davon eine Reihe von "Tropfhäusern"  außerhalb des Ortes bauen, die sogenannte Klemm. Neben 41 "vogtbaren" Untertanen hatten die Grafen von Schönborn hier noch eine beträchtliche Schäferei und eine große Ziegelhütte.

Die Hochgerichtsbarkeit über den Ort nahm das Amt Zentbechhofen wahr. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft lag stets in den Händen der adeligen Besitzer. Die Lehensherrschaft hatte das Hochstift Bamberg inne; 1804 gingen sämtliche Lehensrechte an Bayern über. 1818-1848 unterstand Aisch der Ortspolizei des schönbornschen Patrimonialgerichtes Pommersfelden und wurde dann zum Landgericht Höchstadt gezogen. Im Laufe des 19.Jahrhunderts wurden die Gutsgebäude einzeln verkauft, der Landbesitz mit Ausnahme der Teiche und Forste fiel 1957 unter die Bodenreform.

Heppstädt

Der Ort Heppstädt wurde im Jahr 1971 in die Gemeinde Adelsdorf eingegliedert. Heppstädt liegt inmitten einer Weiherlandschaft im Tal der Aisch und hat seinen dörflichen Charakter bewahrt, auch wenn das der Name nicht vermuten lässt.

Geschichtliches

1172 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt, als Bischof Hermann dem Bamberger Kloster St. Theodor ein Gut in Hovestete eignet. Dass sich hinter dieser Bezeichnung das heutige Heppstädt verbirgt,  belegt die Besitzgeschichte von St.Theodor, das hier begütert war.

Wahrscheinlich  gehörte der Ort ursprünglich zum Besitz der Grafen von Höchstadt,  denn wie aus der Schutzurkunde Bischof Hermanns von 1174 hervorgeht, hatten die Nonnen von St. Theodor hier ein weiteres Gut als Schenkung eines Gottfried von Höchstadt. Später war das Dorf grundherrlich stark zersplittert und bewahrte sich dadurch eine gewisse Selbstständigkeit.

Allgemein fiel die Dorfherrschaft entweder dem meistbegüterten Vogtherrn im Dorf zu, oder wurde von den verschiedenen Grundherren gemeinsam oder abwechselnd ausgeübt.

Lauf

Der Ort Lauf wurde zusammen mit der Gemeinde Weppersdorf im Jahr 1972 in die Gemeinde Adelsdorf eingegliedert. Lauf liegt wie Aisch und Uttstadt am linken Ufer der Aisch und zeigt auch heute noch seinen zünftigen Charakter. Seine hübsch renovierte Mühle, die von den „Sozialen Betrieben der Laufer Mühle“ genutzt wird, ist ein beliebtes Foto-Objekt.

Geschichtliches

Der Ortsname dürfte von "Loufe" (=Stromschnelle) kommen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1109 (Gründungsbuch des Bamberger Kollegiatstiftes St. Jacob). Lauf war überwiegend in Schlüsselauer, daneben in Frauenauracher Klosterbesitz. Rechtsträger der Hochgerichtsbarkeit war das Centamt Zentbechhofen. 1802 fiel Lauf mit dem Amt Forchheim an Bayern. 1804 wurde Lauf dem Landgericht und Rentamt Forchheim unterstellt.

Die Laufer Mühle

Seit 1372 ist die Laufer Mühle urkundlich erwähnt (bei ihrem Verkauf ). Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie verwüstet und 1679 wieder aufgebaut. 1970 wurde ihr Betrieb eingestellt. 1989 wurde das gesamte Mühlengut unter der Verantwortung von "Day-Top" , einer gemeinnützigen Wohlfahrtsorganisation, seiner neuen Bestimmung übergeben. Die SECA (Sozialtherapeutische Einrichtung für Chronisch Abhängige) hilft hier Alkoholabhängigen von ihrer Sucht loszukommen. Zur Therapie gehören Erzeugen und Vermarkten landwirtschaftlicher Produkte.                  

Verkaufszeiten : wochentags 14 -17 Uhr

Nainsdorf

Der Ort Nainsdorf wurde im Jahr 1968 aus der Gemeinde Aisch in die Gemeinde Adelsdorf umgegliedert. Nainsdorf ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde. Vor ihrer Begradigung floss die Aisch in einer Schleife direkt am Ortsrand vorbei. Da er an einer Furt am Fluss lag, war der Ort schon früh besiedelt.

Geschichtliches

Weil es an einer Furt über die Aisch lag, war der Ort schon früh besiedelt. Der Ortsname geht auf den slawischen Personennamen Nevan zurück, was die im Mittelalter bezeugten Schreibweisen " Nebannsdorf , Newanstorf " nahelegen. Das slawische v wurde in Laufe der Zeit mit dem e der ersten Silbe zu einem Diphtong. Der Ortsname legt als einer der wenigen Orte des Landkreises slawische Herrschaftsbildung nahe.

Als  Newanesdorf ist er erstmals 1165 urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert herrschten hier die Ministerialen von Aisch, die sich  im 13. Jahrhundert "von  Nainsdorf" (de Newansdorf) nennen.  Der Herrschaftssitz dürfte im Anschluss an das Dorf im Südwesten gelegen sein, wo Flurstücke im Urbar von 1805 als Burggärtlein und Burgwiese bezeichnet werden. Der Ort gelangte später in den Besitz des Klosters Schlüsselau, dessen Äbtissin Margareta 1438 das aus zwei Höfen, vier "Selden" und dem Fischwasser bestehende Dorf um "900 fl. rheinisch" an Veit Truchseß zu Röttenbach verkaufte. Nach dem Aussterben dieses Zweiges gelangten ihre Besitzungen an die Pommersfeldener Linie, nach deren Enteignung 1664 an die aus der Steiermark eingewanderten Herren von Jöbstelberg und 1727 an Kurfürst Lothar Franz von Schönborn.

Neuhaus

Die Gemeinde Neuhaus wurde im Jahr 1972 in die Gemeinde Adelsdorf eingegliedert. Neuhaus ist ein langgezogenes Straßendorf mit einem Wasserschloss inmitten einer noch nahezu intakten Teichlandschaft. Hier befindet sich das Wasserschloss der freiherrlichen Familie von Crailsheim.

Geschichtliches

Neuhaus, exemplarisches Beispiel eines Kettendorfes, wurde bis ins 18. Jahrhundert oft unter dem Namen eines der drei Teile des Dorfes geführt: Schwabenberg, Grub und Neuhaus. Der untere Teil mit dem Schloss gab schließlich den Namen für das ganze Dorf.

Urkundlich erwähnt wird Grub (das obere Dorf) erstmals 1151. Es war ursprünglicher Besitz der Herzöge von Andechs-Meran. Nach deren Aussterben kam es an die Herren von Truhendingen, die es 1382 König Wenzel verpfändeten. Dieses Pfand löste das Hochstift Bamberg ein. Um 1470 gelangte Neuhaus an die Herren von Heßberg: 1481 hatte Darius von Heßberg seinen Sitz "zum Newenhause an der Eysch". Sigismund von Heßberg hatte 1504 von Maximilian das Halsgericht, die Ausübung der hohen Gerichtsbarkeit, als Reichslehen auf seinen Besitzungen erhalten. Da hiermit die Obrigkeit der Bamberger Bischöfe angetastet war, einigte man sich 1544 in einem Vertrag, Schloss und Halsgericht von Bamberg zu Lehen zu nehmen. Karl V. bestätigte 1544 zu Speyer diesen Vertrag, der im folgenden Jahr mit Wolf von Crailsheim, der Neuhaus von den Heßberg erworben hatte, erneuert wurde. Der Galgenberg zwischen Neuhaus und Buch erinnert noch heute an das ehemalige Halsgericht.

Zur stark befestigten Burg Neuhaus gehörte eine starke Vorburg und davor liegend ein weiterer Burgflecken, durch einen Graben getrennt. Zwei weitere Gräben schieden diese Anlage ursprünglich vom Dorf. Das heutige Schloss wurde 1509-1618 gebaut.

Im 18.Jahrhundert errichteten die Freiherrn von Crailsheim eine Ziegelhütte im Ortsteil Schwabenberg. 1802 wurde der Ort von Bayern beansprucht, 1803 im Hauptlandesvergleich aber Preußen zugewiesen und kam erst 1810 zur Krone Bayern. Die Freiherren von Crailsheim errichteten hier 1818 ein Patrimonialgericht. Erst 1880 wurde Neuhaus dem Amtsgericht und Rentamt Höchstadt unterstellt.

Ob die Kirche (St. Matthäus) zu Neuhaus ursprünglich eine Wehrkirche war, ist fraglich, obwohl noch Reste der alten Kirchhofummauerung vorhanden sind. Das Bestehen einer Pfarrei ist bereits für das Jahr 1336 gesichert, als ein "Herr Fridrich, der Pharrer zu Grube", in einer Urkunde als Zeuge genannt wird.

Unter Crailsheimischer Herrschaft wurde Neuhaus protestantisch. Der erste Prediger der neuen Lehre ist im Jahre 1558 erwähnt. 1631 bis 1632 versuchte Bamberg hier die Gegenreformation durchzuführen; der Gremsdorfer Pfarrer Sebastian May wurde mit Waffengewalt eingesetzt, doch wurde er bei dem Durchzug der Truppen Bernhards von Weimar nach Eichstätt 1633 in seiner Gremsdorfer Pfarrkirche ermordet. Seitdem wurde kein Versuch mehr unternommen, den Protestantismus in Neuhaus anzutasten.

Uttstadt

Der Ort Uttstadt wurde zusammen mit der Gemeinde Aisch im Jahr 1971 in die Gemeinde Adelsdorf eingegliedert. Das idyllisch an einem Pappelhain am linken Ufer der Aisch gelegene Uttstadt hat sich seinen dörflichen Charakter bewahrt, auch wenn der Name auf einen größeren Ort deutet.

Geschichtliches

Der Ortsname geht zurück auf den Personennamen Ueti, Udi, Utz (Kosename zu Ulrich). Uetsteten wird erstmals 1303 urkundlich erwähnt. Offensichtlich standen die Würzburger Bischöfe hinter dieser Siedlung ("Würzburger Lehen" an Konrad Graf von Flügelau).

Auf eine frühe Kolonensiedlung  des 10. Jahrhunderts weisen auch die Holzrechte der Einwohner an der Landgemein, der Kregelmarkwaldung. 1330 eignete Konrad von Schlüsselberg als Lehensherr dem Kloster Schlüsselau das Gut des Ulrich von Aisch. Dieser Besitz wurde den Nonnen 1350 bestätigt. 1632 wurde der Ort von den Schweden verbrannt.

Die Hohe Gerichtsbarkeit über den Ort nahm die Zent Bechhofen wahr, die Dorf- und Gemeindeherrschaft aber gehörte dem Kloster Schlüsselau. Die Domdechantei zu Bamberg besaß die Zehntrechte und das Kloster Michelsberg ein Gut. Ein weiteres Lehen hatte das Kloster Frauenaurach inne. 1891 bestand der Ort aus einem Hof, der Brau- und Schankgerechtigkeit hatte, acht weiteren Höfen und einem Gemeindehirtenhaus.

Weppersdorf

Die Gemeinde Weppersdorf mit dem Gemeindeteil Lauf wurde im Jahr 1972 in die Gemeinde Adelsdorf eingegliedert. Nicht nur das zünftige Dorffest zeugt im idyllisch in den Aischauen gelegenen Weppersdorf von dem starken Zusammengehörigkeitsgefühl seiner Bewohner. Einer der baulichen Höhepunkte des Ortes ist der 1730 errichtete Ziehbrunnen.

Geschichtliches

Der Siedlungsname Weppersdorf geht auf ältere Namenformen zurück. Diese lauteten ursprünglich Wigberhtsdorf (Dorf des Wigberht, angelsächsischer Missionar),  bzw. Wigbrehtsdorf,  Wieprehtisdorf und Wiprehtisdorf (13. Jahrhundert), sowie Wieprehtesdorf  (14. Jahrhundert) und Weiprechtstorff (15. und 16. Jahrhundert). 

Erstmals urkundlich erwähnt ist es in den Bamberger Kalendarien vor 1120 (Schenkung des Domherrn Eberhard). Es kam frühzeitig aus der Hand der Edelfreien von Schlüsselberg vorwiegend in Schlüsselauer Klosterbesitz bzw. später zum Amt Schlüsselau.

Wiesendorf

Der Ort Wiesendorf wurde im Jahr 1969 aus der Gemeinde Weppersdorf in die Gemeinde Adelsdorf umgegliedert. Der wohl älteste Ortsteil der Gemeinde Adelsdorf liegt an einer langgezogenen Weiherkette und grenzt heute an die Umgehungsstraße, was seinen landschaftlichen Reiz aber nicht beeinträchtigt.

Geschichtliches

Wiesendorf wird 1096 das erste Mal urkundlich erwähnt (Louitolf von Wisendorf gilt als Stammvater der Othlohestorfer).

Es gehörte ursprünglich dem Kloster Schlüsselau. Nach dessen Auflösung wurde es seit dem 16. Jahrhundert vom bambergischen Kastenamt Schlüsselau verwaltet. Dieses Amt nahm auch die Dorf- und Gemeindeherrschaft über Wiesendorf wahr, das 1801 aus zwölf Anwesen bestand.