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Berlin trifft Kommune - MdB Dr. Konrad Körner besuchte Adelsdorf

Adelsdorf – Wie gelingt die Energiewende vor Ort, was treibt die Kommunen um, und wo geraten sie an ihre Grenzen? Der Bundestagsabgeordnete Dr. Konrad Körner nutzte einen Besuch in Adelsdorf, um sich ein Bild von den konkreten Herausforderungen vor Ort zu machen. Auf dem Programm standen Gespräche im Rathaus sowie ein Einblick in die Arbeit des gemeindlichen Kommunalunternehmens Gemeindewerke Adelsdorf.

Zum Auftakt tauschte sich Dr. Körner mit Bürgermeister Nico Kauper im Rathaus aus. Im Mittelpunkt standen zentrale Herausforderungen der Kommunen: zunehmende Bürokratie, komplexe Förderstrukturen, das notwendige weitere Vorantreiben der Digitalisierung sowie die angespannte finanzielle Lage vieler Städte und Gemeinden. „Viele Vorhaben scheitern nicht am politischen Willen vor Ort, sondern an langwierigen Verfahren und unklaren Zuständigkeiten“, machte Bürgermeister Kauper deutlich. „Wir brauchen einfachere Programme, schnellere Entscheidungen und mehr Vertrauen in die kommunale Praxis.“

Körner nahm die Punkte auf und verwies auf die Verantwortung der Bundespolitik: „Wenn wir wollen, dass Kommunen gestalten können, müssen die Rahmenbedingungen praxistauglich sein. Berlin muss stärker aus der Perspektive der Rathäuser denken. Nur so bleiben Städte und Gemeinden handlungsfähig.Deswegen haben wir in der vergangenen Sitzungswoche in Berlin z.B. 4 Milliarden Euro Unterstützung für die Kommunen beschlossen, Planungsverfahren mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschleunigt und mit dem Bundeserprobungsgesetz erstmalig eine Regelung geschaffen, die es Kommunen erlaubt, vom Bundesrecht Ausnahmegenehmigungen zu erhalten, um vor Ort flexibler zu sein.“

Wärme und Strom aus Adelsdorf

Im Anschluss besuchten Körner und Kauper die Gemeindewerke Adelsdorf. Vorstand Wolfgang Mößlein und Betriebsleiter Johannes Herold führten durch die 2026 in Betrieb genommene Energiezentrale III. Die Anlage erzeugt Wärme für das inzwischen 9 Kilometer lange kommunale Wärmenetz und speist zugleich Strom aus erneuerbaren Energien ins öffentliche Netz ein – ein wichtiger Baustein der lokalen Energiewende.

Energiewende entscheidet sich vor Ort

Körner zeigte sich beeindruckt vom Engagement vor Ort: „Hier wird ganz konkret sichtbar, wie Energiewende funktionieren kann, nämlich mit kommunaler Initiative, technischem Know-how und langfristigem Denken.“

Vorstand Wolfgang Mößlein nutzte die Gelegenheit, um auf die Herausforderungen für kommunale Energieversorger hinzuweisen: „Wir sind bereit zu investieren und die Wärmewende voranzutreiben. Was wir brauchen, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und ein schnellerer Ausbau der Netzinfrastruktur. Unsicherheiten bremsen Projekte und kosten Zeit.“

Der Besuch machte deutlich, wie eng politische Entscheidungen und kommunale Umsetzung miteinander verzahnt sind. Oder, wie Körner es zusammenfasste: „Die Energiewende entscheidet sich nicht in Berlin, sondern vor Ort. Deshalb müssen wir den Kommunen den Rücken stärken.“

BU: Dr. Konrad Körner (r.) verschaffte sich in der Energiezentrale III der Gemeindewerke Adelsdorf einen Überblick zum energiepolitischen Engagement in Adelsdorf. (links: Technischer Betriebsleiter Johannes Herold, hinten: Gemeindewerke-Vorstand Wolfgang Mößlein, 2. v. r.: Bürgermeister Nico Kauper)