Weihnachtsgruß des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Weihnachtsfest ist eine besondere Zeit im Jahr, eine Zeit der Ruhe, der Begegnung und des bewussten Innehalten.
Gerade nach Monaten, die oft von Terminen, Entscheidungen und Herausforderungen geprägt sind, tut es gut, innezuhalten, dankbar zu sein und den Blick auf das zu richten, was uns trägt. Weihnachten erinnert uns daran, wie wertvoll
Gemeinschaft, Verlässlichkeit und Zusammenhalt sind.
Dieser Weihnachtsgruß ist für mich ein ganz besonderer. Nach 18 Jahren im Amt ist es mein letzter als Erster Bürgermeister unserer Gemeinde. Wenn man weiß, dass es das letzte Mal ist, dann schaut man anders zurück, auf
Entscheidungen, auf Entwicklungen und auf die vielen Menschen, mit denen man diesen Weg gemeinsam gegangen ist.
Bevor ich den Blick nach vorne richte, möchte ich deshalb bewusst zurückschauen. Nicht, um in der Vergangenheit zu bleiben, sondern um zu zeigen, warum unsere Gemeinde heute so dasteht, wie sie dasteht. Und sie steht gut da.
Seit 2008 hat sich Adelsdorf Schritt für Schritt weiterentwickelt. Natürlich gab es unterschiedliche Meinungen und auch
Kritik, das gehört zur Demokratie. Wenn ich jedoch sehe, wie andere Kommunen auf die Gemeinde Adelsdorf blicken
oder bei uns nachfragen, wie bestimmte Dinge umgesetzt wurden, dann zeigt das, dass wir gemeinsam vieles richtig
gemacht haben, und das macht mich stolz.
Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht diese Entwicklung sehr deutlich. Die Bilanzsumme der Gemeinde lag 2009 bei 48 Millionen Euro, heute bei 94 Millionen Euro. Das Haushaltsvolumen stieg von gut 12 Millionen Euro auf über 35
Millionen Euro im Haushalt 2026. Ja, auch die Schulden sind gewachsen, aber sie stehen für geschaffene Werte, für
Infrastruktur, Versorgung und Zukunft. Schulden dürfen und müssen dabei in einem vernünftigen Maß bleiben. Dafür steht der demokratisch gewählte Gemeinderat, der Verantwortung trägt, abwägt und Entscheidungen transparent trifft.
Schulden sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Gestaltungsfähigkeit, wenn man sie verantwortungsvoll ein setzt.
Der Haushalt 2026 wurde einstimmig beschlossen. Das ist ein starkes Zeichen, gerade in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten. Er ist aus Sicht der Gemeindeverwaltung genehmigungsfähig und lässt sogar einen gewissen Spielraum. Er
ist kein Wagnis, sondern ein Werkzeug, um notwendige Investitionen umzusetzen.
Inhaltlich haben wir früh wichtige Weichen gestellt. Mit der Gründung der Gemeindewerke wurde die Energieversorgung
neu ausgerichtet. Was hier entstanden ist, von Nahwärmenetzen bis zu neuen Heizzentralen, ist gelebter Klimaschutz
und spürbarer Nutzen für die Menschen vor Ort.
Unser Ziel, „Klimaschutzkommune“ zu werden, haben wir konsequent verfolgt. In den vergangenen vier Jahren wurde
intensiv gearbeitet, verbessert und dokumentiert. Seit Kurzem tragen wir nun offiziell diesen Titel. Gerade einmal 51 Kommunen in ganz Bayern tragen diese Auszeichnung. Viele reden über Klimaschutz, wir können zeigen, dass wir ihn umsetzen.
Auch baulich hat sich unsere Gemeinde sichtbar verändert. Das Rathaus wurde saniert, Immobilien im direkten Umfeld
konnten erworben werden. Das Schloss Adelsdorf wurde behutsam entwickelt und gepflegt. Heute ist es ein Schmuckstück und das Herz unserer Gemeinde.
Die Aischgrundhalle wurde grundlegend saniert und befindet sich derzeit in den letzten Zügen der Sanierung, mit neuem Dach, neuen Böden, einer Photovoltaikanlage, und auch für den Fall eines Blackouts ist sie gut gerüstet.
Was mir persönlich sehr nahegeht, ist das Schulschwimmbad. Es war saniert, es war bereit, und unsere Kinder hätten
dort schwimmen lernen können. Im Jahr 2022 kam es dort zu einem Brand, ausgelöst durch Unachtsamkeit. Nicht
der Wiederaufbau selbst, sondern die anschließend einsetzenden langwierigen bürokratischen Verfahren haben bis
heute verhindert, dass das Bad wieder in Betrieb gehen konnte. Am Ende hat dies dazu geführt, dass eine gesamte
Schülergeneration die Möglichkeit, Schwimmunterricht zu haben, verloren hat. Das ist schmerzhaft und ein Verlust,
der sich nicht ersetzen lässt.
Auch die größte Sanierungsmaßnahme in der Geschichte der Gemeinde Adelsdorf möchte ich ansprechen, die Sanierung unseres Oberdorfs. Für die Anwohnerinnen und Anwohner ist es eine große Belastung, über einen langen
Zeitraum auf einer Baustelle zu leben, das ist mir bewusst. Gleichzeitig schaffen wir hier eine Infrastruktur, die für viele
Jahrzehnte Bestand haben wird und unserer Gemeinde langfristig Ruhe und Sicherheit gibt. Baustellen sind unbequem und werden verständlicherweise nicht bejubelt, besonders dann, wenn sie lange dauern,
aber sie zeigen auch, dass etwas vorangeht, und hier sind wir anderen Kommunen in vielen Bereichen deutlich voraus.
Auch auf Landkreisebene wurden wichtige Entscheidungen getroffen. Der Kreistag hat mit breiter Zustimmung den
Lückenschluss des Radweges von Neuhaus zur Autobahn unterstützt. Viele Gespräche mit Grundstückseigentümern
wurden auf gemeindlicher Ebene geführt. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Eigentümerinnen und Eigentümern, die
Gesprächsbereitschaft gezeigt haben. Die Vorarbeit ist geleistet, jetzt ist der Landkreis am Zug.
Ebenso wurde die Einrichtung einer direkten Buslinie von Höchstadt über Aisch und Adelsdorf nach Forchheim be schlossen. Diese Verbindung war ein großer gemeinsamer Wunsch aller Fraktionen im Gemeinderat. Jetzt gilt es, dieses Angebot auch zu nutzen.
Die Schule und die Kinderbetreuung waren mir immer ein großes Anliegen. Wir haben die Digitalisierung an unserer
Schule konsequent vorangebracht und alle Klassenräume mit Whiteboards ausgestattet. Ebenso wichtig ist uns der
Verstärkerbus, der unsere Kinder zuverlässig in die Grundschule bringt. Auch unsere mittlerweile acht Kindertagesstätten, die Mittagsbetreuung sowie die Ganztagsschule wurden kontinuierlich weiterentwickelt. Umso schwerer fällt es, wenn
Gebühren angepasst werden müssen, doch auch hier gilt, dass Qualität ihren Preis hat.
Energie, Personal und Betriebskosten steigen, und auch eine Gemeinde kann sich dem nicht entziehen. Nach der
Entscheidung des Freistaats Bayern, das Familiengeld und das Krippengeld für ab 2025 geborene Kinder zu streichen,
sollen die freiwerdenden Mittel künftig den Kindertagesstätten zugutekommen. Wie sich das in der Praxis auswirkt,
wird sich zeigen.
Apropos Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Sie leisten hervorragende Arbeit, bilden sich weiter und arbeiten gerne bei
unserer Gemeinde, und auch darauf bin ich sehr stolz. Verwaltung, technische Dienste, Gemeindewerke,
Kindertagesstätten und alle weiteren Einrichtungen tragen täglich dazu bei, dass unsere Gemeinde funktioniert.
Eines ist mir schon heute bewusst! Der Abschied von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am 30. April 2026 wird für mich einer der schwersten Momente sein.
Ein ganz besonderer Dank gilt allen Ehrenamtlichen in unserer Gemeinde. Sie engagieren sich in unseren Vereinen,
im Sport, beim BRK und den Feuerwehren, in der Politik und in den Gemeindepartnerschaften mit Uggiate con Ronago
und Feldbach. Aber auch in der Kultur, der Musik, in der Betreuung, in den Kirchen sowie in vielen weiteren Bereichen
des gesellschaftlichen Lebens. Danke auch allen, die einen Angehörigen liebevoll pflegen.
Dieses Engagement ist der Motor unserer Gemeinde. Es stiftet Gemeinschaft, gibt Halt und schafft Zusammenhalt.
Wenn es den Vereinen und dem Ehrenamt gut geht, dann geht es auch unserer Gemeinde gut.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
in unserer Gemeinde ist halt immer etwas los…
Sie war und ist immer in Bewegung!
So ist es heute und so soll es auch in Zukunft bleiben.
Diesen Weg wünsche ich mir auch von meinem Nachfolger als Bürgermeister und vom neuen Gemeinderat.
Die positive Entwicklung der vergangenen 18 Jahre war kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit. Die
bayernweite Auszeichnung im Jahr 2024 zum Bürgermeister des Jahres habe ich deshalb nicht als persönliche
Ehrung verstanden, sondern als Anerkennung dessen, was wir gemeinsam für unsere Gemeinde erreicht haben.
Nun wünsche ich Ihnen, auch im Namen des 2. Bürgermeisters Günter Münch, der 3. Bürgermeisterin Sabina König,
der Mitglieder des Gemeinderates sowie aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde ein friedliches und ge-
segnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien sowie einen guten Start in das neue Jahr.
Vielen Dank für das Vertrauen in all den Jahren.
Ihr Karsten Fischkal
Erster Bürgermeister